Gottes Wille

Artikel verschiedener Autoren über den biblisch-christlichen Glauben

Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 11.03.2026

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Gott schützt und hebt uns empor

Da hob mich der Geist empor und brachte mich in den inneren Vorhof; und siehe, die Herrlichkeit des HERRN erfüllte den Tempel.

Hesekiel 43,5

Gottes Vorhaben offenbart der Heilige Geist,
der Betende in Gottes Gegenwart empor weist.
Boote fahren mitunter durch viele Schleusen,
um drastische Höhenunterschiede auszugleichen.
Schleusen bringen Schiffe auf ein neues Niveau,
damit es weitergeht mit zielgerichtetem Tempo.
Schleusen sind mit Auszeiten zu vergleichen:
Besinnung, Gebete oder mit guten Gesprächen.
Auf Gottes Wort zu hören und darauf zu achten,
erweisen sich immer als gesegnete `Wartezeiten`!

Frage: In der innigen Gebetshaltung zu Jesus umgibt der Heilige Geist Dein Wesen. Spürst Du im Gebet die Gegenwart Gottes, der Dir beisteht und Dich `emporheben` will zu unerschütterlichem Vertrauen?

Zum Nachdenken: Vor Dir liegt ein lohnender Wegeabschnitt mit hoffentlich regelmäßigen `Stille-Zeit-Schleusen`, die Dich im Glauben am Wort Gottes fit halten und Dir Kraft geben. Sei es in der Stille oder im Sturm, Jesus will Dein `Kapitän` sein: ER kennt die `Gewässer` und lässt das Boot mit Seinen `Passagieren` nie allein! (Mk.4,39)

Gottes Wille

Inhalt

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An die Ursachen gehen



So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist besser, daß du zum Leben lahm oder als Krüppel eingehst, denn daß du zwei Hände oder zwei Füße hast und wirst in das höllische Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirf's von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und wirst in das höllische Feuer geworfen.

Matthäus 18,8-9 (Luther 1912)


Diese beiden Bibelverse haben es in sich, und sie haben mir ganz schön Schwierigkeiten gemacht: Dass Gott ganz sicher nicht möchte, dass wir uns verstümmeln, wusste ich schon als Kind, auch wenn ich damals weit entfernt vom christlichen Glauben war: Bekehrt habe ich mich ja erst am 3. September 1991, gute vierzehn Tage vor meinem 28igsten Geburtstag. Doch selbst nach meiner Bekehrung bereitete mir diese Stelle Einiges an Kopfzerbrechen. Da Gott ja nicht unsere Selbstzerstümmelung will, aber Jesus trotzdem an uns solch sehr harte Worte richtet, muss das ja einen Grund haben. Gott möchte uns also damit etwas sehr Wichtiges, Grundlegendes sagen!

Natürlich ist es besser, dass man lahm, verkrüppelt oder einäugig in den Himmel eingeht, als dass man bei völliger Gesundheit in die Hölle fährt, aber das bedeutet nicht, dass wir uns Arme und Beine abhacken müssen. Ganz im Gegenteil: Unser Körper ist schließlich der Tempel des Heiligen Geistes; so heißt es in 1. Korinther 3:16: "Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?" Und in Römer 8:9a heißt es analog: "Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, so anders Gottes Geist in euch wohnt." - Deshalb haben wir unseren Körper pfleglich zu behandeln und ihn nicht zu zerstören. Was aber ist sonst gemeint?

Nun: Als Menschen machen wir nichts ohne Grund; wir wollen z. B. anerkannt und gelobt werden, wir wollen den Weg des geringsten Widerstandes gehen, wir wollen vielleicht Karriere machen. Während meiner Bundeswehrzeit verhielten sich die meisten Soldaten - und nicht nur Wehrpflichtige - nach dem Prinzip: "Bloß nicht positiv oder negativ auffallen!" Fiel man nämlich positiv auf, dann hatte man bei den Vorgesetzten eine Erwartungshaltung geweckt, der man nur sehr schwer, falls überhaupt, gerecht werden konnte. Fiel man negativ auf, dann bekam man entsprechenden Druck. Beides wollte man vermeiden.

So ist es auch mit der Sünde: Gerade junge Männer entpuppen sich häufiger als Raser, weil sie dadurch ihr fahrerisches Können beweisen wollen. Manche Kinder und Jugendliche begehen aus einer falsch verstandenen Mutprobe heraus einen Ladendiebstahl, nur um in eine Clique oder Bande aufgenommen werden zu können.

An diesen beiden Beispielen versuche ich zu erklären, was mit obigem Bibeltext gemeint ist: Wer aus Prahlsucht rast, sollte sich überlegen, ob er solche Prahlereien überhaupt nötig hat. Vielleicht liegt es an einem Minderwertigkeitsgefühl, vielleicht will man einfach nur den Nervenkitzel. Doch Minderwertigkeitskomplexe überwindet man nicht durch falsches Verhalten, sondern dadurch, dass man richtig handelt: Das Wissen, richtig gehandelt zu haben, die Bereitschaft, weiter richtig zu handeln, gibt Rückgrat. Und wenn so genannte "Freunde" zu etwas Falschem anstiften wie einen Ladendiebstahl, dann entfernt man sich besser von ihnen. Man sollte sich die Frage stellen, ob man jemandem, der stiehlt oder zum Stehlen anstiftet, trauen kann.

Um falsche Angewohnheiten loszuwerden, ist es gut, sich Gedanken darüber zu machen, in welchen Situationen man dies oder jenes tut. Wer sich z. B. beim Stammtisch zum Erzählen zweideutiger Witze verleiten lässt, sollte diesen Stammtisch besser meiden. Womit jedoch nichts gegen Geselligkeit als solche gesagt sein soll: Das Treffen mit Glaubensgeschwistern tut mir persönlich sehr gut und hilft mir Versuchungen - also Ursachen zum Sündigen - zu vermeiden.

Nicht zu vergessen ist, dass es Orte gibt, die man ohnehin meiden sollte, um nicht der Sünde zu erliegen. Was habe ich bei einem Hardrockfestival zu suchen, wenn mich die laute Musik aggressiv macht? Warum soll ich zum Karnevalsumzug gehen, wenn das Ergebnis darin besteht, dass ich am anderen Tag aufgrund eines übertriebenen Alkoholkonsums einen Kater habe? Was habe ich auf einer Silvesterfeier zu suchen, auf der Blei gegossen wird, um in die Zukunft sehen zu wollen, wo jegliche Form der Zukunftsdeutung okkult und damit dämonisch ist?

Gott möchte also, dass wir uns nicht leichtfertig geistlichen Gefahren aussetzen. Wir sollen es - soweit wir es können - vermeiden, uns dort hinzugeben, wo man sich zum Beispiel sehr vulgär ausdrückt. Und was haben wir dort zu suchen, wo man Lügenreden pflegt?

Es geht also wirklich nicht darum, uns selbst gravierende Verletzungen zuzufügen, sondern ausschließlich darum, Situationen so weit als möglich zu vermeiden, in denen wir verführt werden.


(Autor: Markus Kenn)


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