Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

Christliche Lyrik
Artikel verschiedener Autoren über den biblisch-christlichen Glauben

Das Alte u. Neue Testament: Ein Evangelium (Gospel) der Liebe

Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 16.07.2020

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Im Hause Gottes zu wohnen, ist der schönste Platz für Gotteskinder

Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.

Psalm 84,3

Die Sehnsucht nach Dir,
schreit lautlos in mir.
Nur Du kannst sie stillen,
und mit Dir selber füllen.

Frage: Wohin geht unser Sehnen? Wo möchten wir am Liebsten ewig leben?

Vorschlag: Wenn wir an Jesu Liebestat am Kreuz auf Golgatha denken, wie er dort als unschuldiges Opferlamm unsere schwere Sündenschuld auf sich genommen und mit seinem heiligen Blut völlig dafür bezahlt hat, können wir nicht anders, als Ihm ewig dankbar sein und Ihn anzubeten. Darum möchten wir auch am liebsten dort leben und wohnen wo Er ist. Wir möchten Seiner vollmächtigen Lehre zuhören und von Ihm lernen. Darum sind uns die Vorhöfe Gottes auch so viel wert.

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Mit welchem Maß messen wir?


"Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen."

Lukas 6, 36-38


Barmherzigkeit scheint in Deutschland kein Problem zu sein: Wir haben noch einen relativ guten Sozialstaat, es gibt Arbeitslosengeld, Hartz IV, Renten und sonstige Hilfen. Eine Reihe von Vereinen und Stiftungen runden die Hilfen ab: Tafeln geben gespendete Lebensmittel weiter, Übernachtungsheime fangen Obdachlose auf, der Sozialdienst betreibt sehr viele Kleiderkammern, die Heilsarmee unterstützt Gestrandete usw. Auch "weltliche" Hilfswerke sind dabei: Das Grüne Kreuz arbeitet in der Gesundheitsvorsorge, das Rote Kreuz ist bekannt für seine Blutspendedienste und engagiert sich - genauso wie der Arbeitersamariterbund - im Rettungswesen. Freiwillige Feuerwehren, Notfallseelsorge und Stiftungen runden die Palette ab.
Überdies ist Deutschland, wenn es um Katastrophen geht, Spendenweltmeister: Kinder aus Tschernobyl erfreuen sich dieser Spendenfreudigkeit genauso wie die Flutopfer auf Haiti oder die Hungernden in der Sahelzone.

Die Bandbreite am Engagement in unserem Land ist groß; viele Freiwillige und Ehrenamtliche sorgen dafür, dass der Sozialstaat bis jetzt finanzierbar geblieben ist. Darüber hinaus geschieht auch Vieles im Verborgenen: Da ist der Nachbar, der dem alten Ehepaar von gegenüber den Einkauf besorgt und sie zu den Ärzten fährt, dort jemand, der Trauernden im Bekanntenkreis tröstet, und hier ist einer, der Kindern aus bedürftigen Familien vielleicht zu Weihnachten und zum Geburtstag klammheimlich Geschenke bringt, damit sie auch mal eine Freude haben.

Barmherzigkeit ist auch wichtig: Ohne sie wird Hilfe allenfalls ein kalter Verwaltungsakt, der jede Menschlichkeit und jede wirkliche Hilfe nahezu unmöglich macht. Trösten kann man vor allem mit dem Herzen, Mut machen mit Herzlichkeit und jemanden, auf dem alle Herumhacken, verteidigend zur Seite stehen mit Tapferkeit. Zudem sorgt Barmherzigkeit dafür, dass Hilfe nicht beschämend und deprimierend auf den wirkt, der die Hilfe in Anspruch nehmen muss. Auf diesem Hintergrund bekommt Hilfe durch wirkliche Barmherzigkeit ein menschliches Gesicht.

Dazu gehört aber auch, die Betroffenen nicht zu verdammen, zu verurteilen: Wer weiß denn schon, warum jemand in Drogensucht oder Alkoholismus abgeglitten ist? Oftmals stehen dahinter schwere Schicksale. Aber auch in alltäglicheren Situationen wie der Arbeitslosigkeit ist es kontraproduktiv zu behaupten, dass jeder, der arbeiten wolle auch Arbeit fände; angesichts von Millionen von Arbeitslosen und der Tatsache, dass im Jugendwahn unserer Tage ein Arbeitsloser ab 35 kaum noch Chancen hat, eingestellt zu werden, ist ein solcher Satz nur noch zynisch und beleidigend. Wir tun gut daran zu fragen, woran die Not des Einzelnen liegt: Vorurteile verstellen uns nur den Blick für die Wirklichkeiten und verhindern so jede echte Hilfe. Gerichtet ist schnell, doch wie unsere Justiz sollten wir gründlich prüfen, bevor wir den Stab über einen Anderen brechen.

Vergebung ist ebenfalls eine Eigenschaft, die wir brauchen, um wirklich barmherzig zu sein. Nur wer vergeben kann, behält ein weiches, offenes Herz. Vor allem erfährt man dann selbst Vergebung für die eigene Schuld. Meine Erfahrung ist, dass man meine Fehler, meine Schuld vergibt, sobald ich auch die des Anderen vergebe. Bei berechtigter Kritik ist es ja auch ein Unterschied, ob diese sich in destruktiven Vorwürfen ergießt oder ob diese vorgebracht werden, um gemeinsam Lösungen zu finden. Ein Lehrer, der seinen Schülern mit sadistischer Freude die Fehler im Diktat aufs Brot schmiert, hat den falschen Beruf, ein Pädagoge aber, der seine Schüler dazu führt, es besser zu machen, hat seine Aufgabe verstanden.

Bei allem ist es gut, bereit zu sein, um zu geben. Das können materielle Dinge sein wie Geld oder Lebensmittel, Kleidung oder Schulsachen, aber auch inmaterielle Dinge: Es gibt Menschen, die froh sind, wenn man ihnen etwas Zeit schenkt, um ihnen zuzuhören oder die froh sind, wenn sie einen haben, der ihnen einfach mal so mit anpackt, wenn ein Umzug ansteht oder eine Entrümpelung. Wer gibt, der empfängt auch, nämlich Anerkennung, Hochachtung und ein gutes Gewissen. Und wer selbst zeigt, dass er großzügig ist, dem wird auch Großzügigkeit zurück gegeben werden.


(Autor: Markus Kenn)


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