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Das Alte u. Neue Testament: Ein Evangelium (Gospel) der Liebe

Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 22.04.2019

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D Emmnaus jünger liebten Jesus, doch waren ihre Augen lange gehalten, bis er verschwand.

Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach`s und gab`s ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege, und uns die Schrift öffnete?

Lukas 24,30-32

Sie gehen mit ihm, hören ihm zu,
er legt das Wort aus, - und dazu
erklärt sein Leiden und den Sinn davon,
Ja Jesus war`s, - ahnten sie`s schon?

Frage: Sind wir nicht heute auch manchmal so nahe bei Jesus, - hören ihn sprechen und merken nicht einmal, dass es der Herr ist?

Vorschlag: Ja, so ist es. Manchmal spricht unser Herr und Heiland zu uns, wir ahnen, dass etwas Sonderbares mit uns geschieht, und realisieren es erst später, dass es Jesus, der auferstandene Herr ist, der uns etwa ganz Wichtiges sagen will. Bitten wir den Heiligen Geist, dass er uns die Sinne schärft, aber auch unsern Willen, Gott sofort gehorsam sein zu wollen, wenn er zu uns spricht. Die Emmausjünger wurden Zeugen des auferstandenen Heilands der Welt!

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Die Schwachen nicht bedrücken



Die Fremdlinge sollst du nicht schinden noch unterdrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen. Ihr sollt keine Witwen und Waisen bedrängen. Wirst du sie bedrängen, so werden sie zu mir schreien, und ich werde ihr Schreien erhören;

2. Mose 22, 20-22 (Luther 1912)


Fremdlinge, Witwen und Waisen waren damals die schwächsten Glieder einer Gesellschaft, angewiesen auf den guten Willen und die Gnade der Gesellschaft, in der sie lebten: Es gab keine Gesetze, die die Fremden schützten, und es gab für Witwen und Waisen keinerlei Sozialgesetzgebung oder irgendeine öffentliche Versorgung. Hatten Letztere keine Familien, von denen sie aufgefangen wurden, waren sie gezwungen, von Almosen zu leben. Weil sie in den damaligen Gesellschaften mehr oder weniger in einer Art rechtsfreiem Raum lebten, weil sie die Schwächsten der Gesellschaft waren, hat Gott ihren besonderen Schutz angeordnet.

In unserer Sozialgesetzgebung hat die Versorgung von Witwen und Waisen in Form von Witwen- und Waisenrenten, aber auch von Grundsicherung, Eingang gefunden, und auch die Fremden sind bei uns in keinem rechtsfreiem Raum. International sind sie durch Menschenrechtskonventionen geschützt, und die meisten Staaten haben eine Gesetzgebung, die den Umgang mit Ausländern und Asylanten auf ein rechtliches Fundament stellt.

Das enthebt uns unserer Verantwortung nicht: Fremde, Witwen und Waisen bedürfen nicht nur der materiellen Versorgung, sondern auch der menschlichen Zuwendung. Wenn man sich zum Beispiel um die ausländische Familie in der Nachbarschaft kümmert, dass sie sich hier zurechtfindet, dass sie die ersten Kontakte knüpfen können, dann geben wir ihnen menschliche Zuwendung. Wenn wir uns einer Witwe, einer Waise zuwenden, dessen Mann, dessen Eltern gestorben sind, und sie in ihrer Trauer begleiten, dann geben wir ihnen ein Stück Wärme und Hilfe.

Doch diese Verse stehen ganz sicher nicht allein für die Fremden, die Witwen und Waisen, sondern ganz allgemein für die Schwachen, für die, die in Not sind, für die, die sich selbst nicht helfen können. Es geht dabei zwar auch um deren materiellen Bedürfnisse wie Wohnung, Kleidung und Nahrung - diese sind ja lebensnotwendig -, aber es geht insbesondere um Zuwendung. Selbst die schönste Wohnung hat keine Schulter, an der man sich ausweinen kann, selbst der beste Anzug hat kein Ohr, mit dem er zuhören könnte, selbst die edelsten Speisen können einem keinen Rat geben.

Manchmal ist es doch so, dass jemand zwar weiß, wo er fachliche Hilfe bekommt, aber nicht in der Lage ist, alleine dort hinzugehen. Mancher freut sich, wenn dann jemand einfach nur mitgeht und dabei ist, wenn man bei einer Behörde den Tod eines geliebten Menschen mitteilen muss oder wenn jemand mitgeht, damit man beim Arzt nach einer psychotherapeutischen Behandlung fragt. Andere, die allein krank im Krankenhaus liegen oder aber alleine im Seniorenheim sind, freuen sich, wenn sie Besuch von den grünen Tanten und mittlerweile auch Onkeln bekommen, die ihnen zuhören, die mit ihnen reden, die mit ihnen vielleicht ein wenig singen oder etwas vorlesen oder aber einmal mit ihnen spazieren gehen. Und sicher ist der ein oder andere Senior dabei, der sich freut, mit zu einem Gottesdienst genommen zu werden.

Diese Zuwendung ist keine Einbahnstraße; auf einem Plakat las ich einmal den treffenden Satz: "Expertin für Sonntagsbraten sucht Zuhörer!" Wer einer älteren Dame zuhört, bekommt nicht nur gute Tipps für den Sonntagsbraten und den Haushalt, sondern für das Leben allgemein, denn aus einem reichen Schatz an Lebenserfahrung und mit einer gehörigen Portion Abgeklärtheit sieht man die Dinge des Lebens in einem deutlicherem Licht. Und auch der Fremde, hat sicher so manch gute Idee, von der wir profitieren können, denn jedes Volk hat seine Weisheiten, von denen wir profitieren können, und wer sich Kranken und Behinderten zuwendet, der wird sehr schnell bemerken, dass man auch davon erheblich bereichert wird.

Gottes Gebote machen immer Sinn, sie geben einem so unbeschreiblich viel. Wir werden durch sie selbst gesegnet und zum Segen für Andere. Das Gebot, sich um die Schwachen zu kümmern, beweist es. Tun wir das nicht, dann werden die Schwachen zu Gott rufen, der sie hört und der eingreift. Wir sind Gott nicht egal. Gott liebt uns, ja, Er liebt uns so sehr, dass Er selbst Seinen eingeborenen Sohn für uns dahin gegeben hat. Es liegt an uns, diese Liebe weiter zu geben so gut wir können.


(Autor: Markus Kenn)


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