Christlicher Glaube

Artikel verschiedener Autoren über den biblisch-christlichen Glauben

Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 22.10.2021

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Der Sünde Sold ist der Tod.

Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, daß auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.

Römer 8,20-21

Die Sünde bringt schlimme Not,
Leid und schließlich gar den Tod!
Jesus aber Rettung bringt
und uns ew`ges Leben schenkt.

Frage: Machen wir uns bewusst, welch üble Konsequenzen jede noch so kleine Sünde hat?

Guter Aussichten für Wiedergeborene: Jede auch noch so kleine Sünde hat schwere Folgen, trennt sie uns doch von Gott und Seinem Segen. Der Ungehorsam unserer ersten Eltern hatte die Vertreibung aus dem Paradies mit all den damit verbundenen Verwerfungen zur Folge: Seit dieser Zeit leben wir in beständiger Gewalt, müssen uns mit Krankheiten, Sterblichkeit, Trauer, Arbeitslosigkeit, Umweltverschmutzung, Krieg, Gewalt, Kriminalität und vielem mehr auseinandersetzen. Gut, dass Jesus in die Welt gekommen ist, um für unsere Schuld zu sühnen. Jeder, der sich von Seinem Blut reinwaschen lässt, Ihn also als Seinen ganz persönlichen Retter und Erlöser annimmt, wird mit Ihm in Seinem ewigen Königreich, in dem die Schöpfung wieder hergestellt ist, leben und das Hochzeitsmahl halten.

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Gott ist uns nah!


Wenn man sagt, dass Gott uns nah ist, dann hören wir oft Widerspruch, denn die Meisten fragen sich, wie Gott uns nah sein könne angesichts der Kriege, der Naturkatastrophen und des Leidens auf der Welt. Auch uns Christen belasten die Bilder von Hunger und Elend, von Gewalt, Kriminalität und Folter; in der islamischen Welt und in Diktaturen leiden Christen zudem selbst und ganz persönlich an Verfolgung. Und selbst hier in Westeuropa bleiben wir Christen von Leid nicht verschont; auch bei uns gibt es Trauer um einen lieben Angehörigen, der von uns gegangen ist. Es gibt Krankheit, Arbeitslosigkeit und andere Sorgen und Nöte. Wie kann man da behaupten, dass Gott uns nah ist?

Nun: Gott macht die Kriege nicht, Er ist nicht verantwortlich für Gewalt und Kriminalität, Er möchte Liebe und keinen Hass. Was den Hunger in der Welt angeht, hat Mahatma Gandhi - wenn er auch selbst kein Christ gewesen ist - etwas sehr richtiges gesagt: "Es ist genug für die Bedürfnisse aller da, aber nicht genug für die Gier einiger Weniger!" Die Erde könnte uns Menschen ernähren, wenn in den reichen Industrienationen zum Beispiel der Fleischkonsum etwas niedriger ausfallen würde. Und viele Naturkatastrophen haben damit zu tun, dass wir die Umwelt zerstören: Wenn wir keine Mischwälder mehr haben, in denen Stürme ausgebremst werden, dann dürfen wir uns über Orkane nicht wundern; wenn wir Wälder abholzen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn es zu Überschwemmungen und zu sich immer mehr ausbreitenden Wüsten kommt. Gott ist also nicht schuld daran, wenn die Welt um uns herum in die Binsen geht; hier eine Ferne zu sehen ist also unfair.

Vor allem ist sie deshalb unfair, weil doch so Wenige nach Gott fragen: Wer interessiert sich schon für die Bibel? Wer interessiert sich schon für Gott und Seine Gebote? Wer richtet sich schon nach Gottes Willen aus? - Wer mit Gott nichts zu tun haben möchte, der braucht sich auch nicht zu beschweren, wenn Gott als Gentleman sich nicht aufdrängt.

Aber Gott ist nah denen, die nach Ihm fragen, und die, die ernstlich nach Ihm suchen, werden Ihn auch finden! Dies ist meine ganz persönliche Erfahrung. Wenn ich bete, dann spüre ich, dass da jemand ist, der mir zuhört, der mich versteht, der mich liebt und der eisern zu mir hält; weil Gott mein Vater ist, kann ich auch zu Ihm kommen! Sicher ist Er ein strenger Vater: In Seinen Erziehungsmethoden ist Er konsequent. Doch wenn Er straft, dann nicht, um mich zu ärgern oder um Seine Macht zu demonstrieren; das hat Er auch nicht nötig. Nein, Er tut es, um mich zur Einsicht zu bringen, um mich vor Schlimmeren zu bewahren. Er handelt zu meinem Besten, auch wenn ich Seinen Weg nicht immer verstehe.

Dass Gott uns nahe sein will und nahe ist, das zeigt schon die Bibel: In den Psalmen zeigt sich oft die Verzweiflung der Psalmenschreiber, doch zugleich zeigen sie immer die Erfahrung, dass Gott in das Leben der Seinen eingreift. David hat dies mehr als einmal beschrieben. Die Apostel erfuhren Gottes Bewahrung selbst inmitten der grossen Christenverfolgungen im Alten Rom während der ersten Jahrhunderte christlicher Geschichte. Paulus wurde angegriffen und auch verhaftet, aber Gott befreite Ihn aus dem Gefängnis.

In den Briefen werden die Gläubigen immer wieder darauf hingewiesen, dass Gott uns liebt, dass Er für uns da ist. Gott hat immer herab geschaut, was wir Menschen hier auf der Erde so tun: Wie hätte Er sonst mit bekommen sollen, dass einst die Menschen den Turm zu Babel bauen? Wie hätte Er denn sonst die Schlechtigkeit von Sodom und Gommorra gesehen? Wie sonst hätte Er mit bekommen, dass Ninive aufgrund der Predigt des Jona sich bekehrte?

Aus der Bibel erfahren wir, dass Gott immer da war für die, die an Ihn glauben: Abraham erfuhr es genauso wie Noah oder Jakob oder Joseph. Grosse Propheten wie Jona, Samuel, Jeremia und viele andere erfuhren dies. Daniel, der in die Löwengrube geworfen wurde, erlebte Gott hautnah, und Jakob, der von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft wurde, erlebte die Nähe Gottes: Letztendlich konnten sein Vater, seine Brüder und dessen Familie nur deshalb überleben, weil während der grossen Hungersnot Jakob die rechte Hand des Pharao war. Während der vierzigjährigen Wüstenwanderung versorgte Gott Sein Volk mit allem, was sie brauchten. Und König David - schuldig geworden wegen Ehebruch und Mord - erfuhr die Nähe Gottes.

Gott hat in Seinem Wort immer wieder darauf hingewiesen, dass Er die Rufe und Schreie der Witwen und Waisen wahr nimmt, der Wehrlosen also. Er hat immer gesagt, dass Er das Rufen der Tagelöhner hört, die um ihren Lohn geprellt worden. Seine Gebote zeigen, dass Er immer an die Armen gedacht hatte: Die Nachlese auf Feldern und in Weinbergen waren dem jüdischen Volk in alter Zeit deshalb verboten, damit die Armen Nachlese halten konnten, also zu Essen fanden. Selbst Fremdlinge standen unter Seinem Schutz und stehen es auch heute noch. Das Gebot, Tauben nicht zu fluchen und Blinden nichts in den Weg zu legen, gehört zu den Schutzbestimmungen für Behinderte. Gott hat sie nie vergessen.

Mehr noch: Gott wurde in Jesus Mensch; die Pracht, die Schönheit, den Luxus und die Kreativität des Himmels hat Er verlassen, um sich uns zuzuwenden. Jesus wurde in einem Stall geboren, inmitten unter den Tieren. Dort gab es keine Wachen, die Ankömmlingen wehren, nein, und es musste sich auch niemand wegen seiner Dürftigkeit schämen. In einem Stall kommt man nicht in Abendgarderobe, man muss keine Einladung vorweisen. Da kann man kommen wie man ist, auch zerlumpt und schmutzig. Zudem waren es die Hirten, die Ihn als Erstes sahen, die Ausgestossenen jener Zeit.

Jesus musste auch nach Ägypten fliehen, damit Er nicht von Herodes Häschern getötet wurde; damit ist Jesus auch der erste Asylant, von dem wir namentlich wissen. Wer also kann die Asylanten der heutigen Zeit am Besten verstehen, mögen sie auch aus anderen Gründen verfolgt sein?

Jesus wendete sich immer den Menschen zu: Er beantwortete die Fragen der Pharisäer, der Sadduzäer und Schriftgelehrten; mit Nikodemus dürfte Er eine sehr lange Zeit verbracht haben. Schon als Zwölfjähriger stand Er im Tempel Rede und Antwort, sehr zum Erstaunen der Gelehrten, mit Seiner Klugheit. Doch wer sollte denn auch die Schrift besser verstehen als der, der das Wort selbst ist?

Berührungsängste hat Jesus nie gekannt: Die Zöllner - Kollaborateure der römischen Besatzungsmacht, die sich mit den Heiden, also den Ungläubigen verbündeten, um sich am eigenen Volk zu bereichern - nahm Jesus genauso an wie den Hauptmann der Besatzungsarmee, der gläubig um die Gesundung seines Knechtes bat. Jesus heilte die Kranken, machte Blinde sehend, Taube hörend, Lahme gehend und Unreine wieder rein. Er trieb Dämonen aus und heilte. Er hatte keine Berührungsängste gegenüber Frauen: Eine blutflüssige Frau berührte Ihn sogar am Rocksaum. Mit einer samaritanischen Frau sprach Er am Brunnen. Damals redete ein Mann nicht in der Öffentlichkeit mit einer Frau, das waren Menschen zweiter Klasse, und eine Samariterin war erst recht der letzte Dreck: Samariter galten als Unreine, als Pack, als Pöbel; ihre Frauen galten erst recht als wertlos. Jesus gab der Samariterin ihre Würde wieder.

Und Er wendete sich den Sündern zu, ja, Er stellte sich sogar vor eine Ehebrecherin, wohlwissend, wer sie war. Ihre Sünde hiess Er nicht gut, doch Er sprach Ihr Vergebung zu und befahl ihr, nie wieder zu sündigen. Selbst am Kreuz betete Er noch für die, die Ihn umbrachten und zuvor gequält hatten. Todesangst, Folter, Schläge, Demütigungen hat Er für uns ertragen, weil Er uns nah ist.

Auch Seine Lehre beweist die Nähe zu uns Menschen: Nackte, Kranke, Hungernde, Dürstende nennt Er Seine Brüder. Als Handwerker kannte und kennt Er auch den knallharten Existenzkampf eines "Normal Sterblichen". Jesus hat sich nicht in den Prunk grosser Villen und Paläste zurück gezogen, sondern hat sich dem Daseinskampf konkret gestellt.

Ja, selbst heute ist Er uns nah: Er hat versprochen, bei uns zu sein bis ans Ende der Zeit, bis zum Ende der Tage. Ich spüre das mit jedem Tag, in den Schwierigkeiten meines Lebens, das auch nicht einfach ist. Ohne Gott wäre ich schon längst zerbrochen. Aber immer wieder öffnete Er eine Tür. Immer wieder hat Er mich durchgetragen. Das Gedicht "Spuren im Sand" beschreibt dies deutlich. Eine Frau, (Margaret Fishback Powers) hatte einen Traum, rückblickend im Traum, sah sie mal vier, mal zwei Spuren im Sand. Gott erklärte, dass Er immer bei ihr gewesen ist. Die Frau fragte im Traum, wo denn Gott gewesen sei, wenn es ihr schlecht gegangen sei, da sähe sie ja nur zwei Füsse. Gott gibt Antwort: "Das waren die Zeiten, in denen ich dich getragen habe!"

So werden wir es auch einst sehen, und ich bezeuge, dass Gott mich immer wieder durchgetragen hat.


(Autor: Markus Kenn)


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